Kurs gebucht. Kurs bezahlt. Angereist.
Kurze Theorie.
Innerlich schon auf 180.
Wann kommt sie (also ich, die Coach) endlich zur Sache?
Endlich: Praxisteil.
Zeit für jeden einzelnen Teilnehmer.
Ungeduld bis zum Platzen.
Dann ist er dran.
Uff — Kontakt mit der Höhenangst.
Es wird unangenehm.
„So ein Scheiß. Warum tue ich mir das an?”
„Ich muss es niemand recht machen.”
„Ich kann abbrechen, wann ich will.”
Ich frage: „Du hast diesen Kurs gebucht. Warum bist du hier?”
Antwort: „Ich will frei sein. Ich will Wege gehen. Ohne immer wieder an mein Limit zu kommen. Ohne blöd dazustehen. Als der, der nicht mithalten kann.”
Ja, warum tut man sich das an?
Sich der Höhenangst aussetzen.
An Grenzen gehen.
Sich mit unangenehmen Gefühlen konfrontieren.
Irritiert feststellen: Ich will das — und ich will das nicht. Hä?
Denn manchmal geht es im Bergmut-Kurs “Höhenangst überwinden” gar nicht nur um die Kante, die ausgesetzten Pfade, die Angst vorm Absturz.
Manchmal taucht — wie aus dem Nichts — ein anderes Thema auf.
Eins, das droht, aus dem Gleichgewicht zu bringen.
Mein Part an diesem Punkt:
zuhören, da sein, die ein oder andere kluge Frage stellen.
Nicht drängen.
Nicht abwiegeln.
Ruhe reinbringen.
Die Blockade, den inneren Konflikt aushalten helfen.
Er hat das Thema registriert, mitgenommen — statt es wegzudrücken.
Und dann, im Verlauf des Kurses — ja, er ist dabeigeblieben — eine weitere verblüffende positive Entdeckung gemacht: Der Abgrund ist oft der Auslöser aber nicht der Hauptgrund für höhenängstliches Verhalten.
Artikelfoto: KI-generiert




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